6. Juli 2018
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Wie bürgerlich war der Nationalsozialismus?

Im Juli 2018 ist im Band ›Wie bürgerlich war der Nationalsozialismus?‹, hrsg. von Norbert Frei für das Jena Center. Geschichte des 20. Jahrhunderts, der Artikel ›Radikale Studenten, herausgeforderte Professoren‹ erschienen.
Der Wallstein-Verlag kündigt den Band wie folgt an:

›Neue Perspektiven auf das Bürgertum im »Dritten Reich« und danach.

Das Versagen des deutschen Bürgertums vor der Herausforderung des Nationalsozialismus scheint auf den ersten Blick evident. Auf den zweiten Blick ist die Diagnose weniger eindeutig – und legt die Frage nach bürgerlichen Beharrungskräften ebenso nahe wie die nach spezifischen Strategien der Aneignung und Umdeutung des nationalsozialistischen Projekts. Die Beiträgerinnen und Beiträger dieses Bandes fragen deshalb nach den Erwartungshorizonten bürgerlicher Milieus um 1930, nach Prozessen und Praktiken der Entbürgerlichung im »Dritten Reich« sowie nach der Integration in eine antibürgerlich gedachte »Volksgemeinschaft«. Zumal für die Kriegsjahre geht es aber auch um die Semantiken des Bürgerlichen und ihre Veränderung, um bürgerliche Räume, Nischen und Gegenorte, schließlich um bürgerliche Opposition gegen das Regime.
Der Band will damit einen Anstoß geben, die vielfach noch immer 1933 endende historische Bürgertumsforschung in die NS-Zeit hinein zu verlängern und über die Zäsur von 1945 hinaus fortzuführen.‹

18. November 2017
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›Parteizugehörigkeitspsychose‹

Am 18. Dezember erscheint ein Aufsatz mit dem Titel

Die ›Parteizugehörigkeitspsychose‹ und die Entwicklung ›volksgemeinschaftlicher‹ Normen durch die NSDAP

in einem Band meines alten Forschungskollegs. Er behandelt die Frage, wie die NSDAP-Führung nach 1933 mit dem dem Andrang auf die Parteimitgliedschaft umging und welche Kategorisierungen sie für die Beurteilung ihrer (potentiellen) Mitglieder fand.

17. September 2016
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1945

Im Dezember 2016 erschien der Aufsatz

Universitäre Personalpolitik zwischen ideologischer Verfolgung und politischer Anpassung im Nationalsozialismus und ihre Auswirkungen in der Nachkriegszeit

im Band »Ein Vorsprung der uns tief verpflichtet«. Die Wiedereröffnung der Universität Göttingen vor 70 Jahren, hrsg. v. Universitätsbund Göttingen e.V., Göttingen [2016]

Verlagsankündigung Vandenhoeck & Ruprecht:
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Die Universität Göttingen gehörte zu den ersten deutschen Universitäten, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder eröffnet wurden. Am 17. September 1945 begann für rund 4.300 Studierende der Lehrbetrieb. Mit zwei Veranstaltungen im Wintersemester 2015/2016 hat die Georg-August-Universität an dieses Ereignis erinnert und dies zum Anlass genommen, sich aktiv mit der Vergangenheit auseinander zu setzen. Mit der Wiedereröffnung der Universität waren eine Vielzahl von Herausforderungen verknüpft. Sowohl Umbrüche als auch Kontinuitäten in den Inhalten, beim Lehrkörper und in den Köpfen prägten die ersten Jahren nach dem Ende der NS-Herrschaft.

Der Band enthält die Reden von Bernd Weisbrod und Kerstin Thieler sowie die Grußworte der Präsidentin der Georg-August-Universität Göttingen Ulrike Beisiegel und des Vorsitzenden des Stiftungsrates der Georg-August-Universität Göttingen Wilhelm Krull.

12. September 2016
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Postwertzeichen bilden

Im September 2016 ist der Aufsatz

Der lange Weg zur Briefmarke. Vergangenheitspolitische Ehrzuschreibungen an die emigrierten Physiker Max Born und James Franck

erschienen.

1039336Die Physiker Max Born (1882-1970) und James Franck (1882-1964) erhielten bereits zu ihren Lebzeiten vielfältige Anerkennungen, von Ehrenpromotionen und wissenschaftlichen Auszeichnungen bis hin zu Mitgliedschaften in renommierten Akademien im In- und Ausland. In akademischer Hinsicht stechen sicherlich die Nobelpreise für Physik hervor, den Franck 1925 und Born 1954 erhielt. Beide mussten 1933 die Göttinger Universität aufgrund des „Arierparagraphen“ des Berufsbeamtentumsgesetzes verlassen. Nach 1945 versuchten Stadt und Universität, im Gegensatz zu anderen Verfolgten die beiden renommierten Wissenschaftler wieder in ihre akademische community und in die Göttinger Gesellschaft zurückzuholen – unter anderem durch die Verleihung der Ehrenbürgerwürde im Juni 1953.

Die im 1982 zum 100. Geburtstag der beiden Wissenschaftler erschienene Briefmarke nahm ihren Ursprung jedoch im Anliegen des Sohns von Max Born, Gustav Born, seinem Vater dieselbe „Ehre“ zukommen zulassen wie anderen (nichtverfolgten) Wissenschaftlern auch.

Der Beitrag untersucht die vergangenheitspolitische Funktion von Ehrzuschreibungen anhand verschiedener Ehrungsformen und ordnet die Intentionen der Initiatoren wie die Reaktionen der zu Ehrenden in die institutionelle und individuelle „Aufarbeitung“ der NS-Zeit in der Bundesrepublik ein.

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Ersttagsbrief zum Erscheinen der Briefmarke am 12. August 1982

in: Dietmar von Reeken, Malte Thießen (Hg.), Ehrregime. Akteure, Praktiken und Medien lokaler Ehrungen in der Moderne

Die Einleitung des Bandes finden Sie an dieser Stelle.

(Vandenhoeck & Ruprecht unipress, Formen der Erinnerung – Band 63)

Verlagsankündigung:

Ehrungen sind ein gesellschaftliches Problem: Seit Jahren brechen in Deutschland Debatten über Straßennamen und Ehrenbürger auf, stehen koloniale, nationalsozialistische oder militärische Traditionen in der Kritik. Der Sammelband greift diese Debatten auf, um der Geschichte von Ehrungen in deutschen und europäischen Städten im 19. und 20. Jahrhundert nachzuspüren. Im Fokus stehen Auseinandersetzungen um die Benennung von Straßen und Gebäuden, beim Errichten von Denkmälern, bei der Verleihung von Ehrenbürgerschaften oder bei der Widmung von Briefmarken. Damit geht es um Zusammenhänge zwischen Ehrungen, sozialen Normen und Ordnungen, zwischen Räumen, Objekten und Identitäten und um die grundlegende Frage, was Ehrungen über den Wandel moderner Gesellschaften aussagen.

5. Januar 2016
von kt
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70 Jahre Wiedereröffnung

Im Rahmen der Veranstaltungen zur Wiedereröffnung der Universität Göttingen im Herbst 1945 habe ich einen Vortrag gehalten, der die Verfolgungsmaßnahmen der Universität in der NS-Zeit und den Umgang mit den Opfern nach 1945 behandelt. Inklusive einer Einführung in den Spielfilm ›Der Ruf‹ von 1948, der das Thema Remigration am Beispiel – ja, – Göttingen behandelt und nach dem Vortrag gezeigt wurde.

In Kürze auch mit Video an dieser Stelle!

27. April 2015
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Buchvorstellung

Am 20. April 2015 fand eine Vorstellung meines Buches in der Reihe „Geschichte im Kulturwissenschaftlichen Zentrum“ statt.

Die Einführung übernahmen die Direktorin des Seminars für Mittlere und Neuere Geschichte, Prof. Dr. Rebekka Habermas und Prof. Dr. Bernd Weisbrod. Hier einige Impressionen, die ich Tobias Weidner verdanke.

12. Dezember 2014
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›Volksgemeinschaft‹ unter Vorbehalt

Thieler_Volksgemeinschaft_Cover_netzMeine Dissertation ist beim Göttinger Wallstein Verlag in der Reihe des Zeithistorischen Arbeitskreises Niedersachsen (ZAKN) erschienen. Auf dem Cover ist der Göttinger NSDAP-Kreisleiter bei der Verwaltungsarbeit zu sehen. Neben den Akten, die die NSDAP-Kreisleitung hinterlassen hat, ist das Periodikum ›Der Hoheitsträger‹ die wichtigste Quelle meiner Arbeit, da ich so die Vorgaben der NSDAP-Reichsleitung in puncto ›volksgemeinschaftlichem‹ Verhalten mit der Parteipraxis vor Ort konterkarieren konnte.

Weitere Informationen über meine Dissertation finden Sie hier.